https://salzburgmuseum.ikmk.net/object?id=ID149
|
![]() ![]() |
|
Bilddateien sind Public Domain Mark 1.0. Salzburg Museum, ID149. Aufnahme durch Alexandra Hylla.
Regensburg: Johann III. von der Pfalz (zeitgenössische Fälschung)
Inventarnummer: MÜ 30100
Münzstand: Bistum, Autorität: Johann III. von der Pfalz (1507-1538), Administrator von Regensburg (07.05.1488 - 03.02.1538)
Nominal: 10 Kreuzer
Datierung: 1530
Land: Deutschland
Münzstätte: Regensburg (Bayern)
Vorderseite: IOANES ADMINIS RATISBO. Gevierter Schild des Hochstift Regensburg. Darüber die Jahreszahl 1530. Umschrift.
Rückseite: KAROLVS RO IMP SEM AVGVS. Doppelköpfiger Adler. Darüber eine Krone. Umschrift.
Herstellung: geprägt (subaerat)
Münzfälschung, Kupfer, versilbert, 5,61 g, 30 mm, 1 h
Literatur: Helmut Jungwirth / Bernhard Koch, Der Münzfund von Werfen, in: Jahresschrift Salzburg Museum Carolino Augusteum 20/1974, 1975, S. 7–41, Nr. 123 (dieses Stück). Vgl. Repertorium zur neuzeitlichen Münzprägung Europas, Bd. II, Der Bayerische Reichskreis, Wien 1996, Nr. 1B.11.1.1.3/24.
Provenienz: Münzfund von Werfen im Pongau, entdeckt am 6. Oktober 1969 bei Erdarbeiten im Hof der neuen Hauptschule.
Mit 771 Gold- und 249 Silbermünzen konnte beinahe der gesamte Fundinhalt des 1969 entdeckten Münzhorts von Werfen im Pongau im Salzburg Museum bewahrt werden. Am 6. Oktober hatte man bei Erdarbeiten auf dem Gelände der neuen Hauptschule in einem Ring aus Steinen und Mörtel, verdeckt durch eine Steinplatte, das keramische Schatzgefäß (MÜ 16935) entdeckt. Die Münzen des Horts stammen aus den verschiedensten Münzstätten Europas, geprägt vom Ende des 15. bis zur 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die Verbergungszeit liegt um 1540. Die Besonderheit des Schatzes: Die meisten Münzen wurden beschnitten und befeilt, sodass auf betrügerische Weise der Materialwert der Münzen gesenkt und Edelmetall gewonnen wurde. Die im Schatzgefäß entdeckten Schnittreste und Feilspäne (MÜ 16867), gesammelt in einem Holzbehälter, sollten später eingeschmolzen werden. Darunter finden sich auch Reste von Münzen, die selbst im Hort nicht mehr enthalten waren, was auf eine längere Tätigkeit der verantwortlichen Personen hindeutet. Dass die Späne und Münzen gemeinsam mehr als 400 Jahre später in dem Topf im Erdreich entdeckt werden konnten und viele der Münzen noch unbefeilt sind, zeigt, dass die Betrügerinnen oder Betrüger ihre Arbeit nicht zu Ende bringen konnten, bevor sie ein unerwartetes Ereignis für immer daran hinderte.
Fotograf Vorderseite: Alexandra Hylla
Fotograf Rückseite: Alexandra Hylla
Salzburg Museum
Accession Zugangsjahr 1971 Zugangsart Kauf
Zitierweise für dieses Objekt: Salzburg Museum, MÜ 30100
Permalink: https://salzburgmuseum.ikmk.net/object?id=ID149
Texte und Beschreibungen in diesem Online-Katalog stehen unter einer CC BY-SA 4.0 Lizenz.